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Buchtipp: „Single Mom – Was es wirklich heißt, alleinerziehend zu sein“

Buchtipp: „Single Mom – Was es wirklich heißt, alleinerziehend zu sein“

24.07.2018. 10:20
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"Single Mom" erscheint heute als Taschenbuch bei rororo für 9,99 Euro.

Meine beiden Lieblingsstellen finden sich in dem Kapitel „Die anderen Mütter“. Hier beschreibt Caroline Rosales, wie sie von Außenstehenden, also Bekannten und vermeintlichen Freundinnen über ihre Trennung gelöchert wird. Sie sitzt bei Kaffee und Kuchen in dem wunderschönen Einfamilienhaus ihrer Bekannten und wird von dieser und einer weiterem Mutter dem typischen Trennungs-Verhör unterzogen, das wohl jede Alleinerziehende schon mindestens einmal erlebt hat. Bewegt durch die Neugier der anderen, deren Drama- und Sensationslust, Mitleid oder einem Mix aus allem davon. Die Kinder spielen derweil friedlich im Planschbecken.

„Ja, und wie habt ihr es den Kindern gesagt?“
„Wo wohnt ihr denn jetzt genau?“
„Ist das nicht komisch für dich?“
„Und wie nehmen das die Kinder auf?“

Rosales schreibt: „Ich versuchte jeder der beiden in der vorgegebenen Reihenfolge zu antworten. Merkten sie nicht, dass diese Fragen viel zu persönlich waren und mich verletzten? Wussten sie es nicht, oder war es ihnen egal? Zwischendurch kam ich mir vor wie ein mittelalterlicher Minnesänger, der von weit her kam und sich mit allerlei Geschichten Speis und Trank verdiente.“

Die Lust am Drama der anderen

Ich musste beim Lesen so lachen bei diesen Passagen, weil ich es genau so selbst so oft erlebt habe in den vergangenen Monaten. Entfernte Bekannte treffen dich beim Einkaufen und fragen dich genau diese Dinge. Oft meinen sie es nett, sicher. Aber noch öfter spürte ich da diese brennende Neugier, die Lust an den Infos, diesen Drang, ein bisschen vom Drama zu erfahren und daran aus der sicheren Entfernung teilzuhaben. Und am Ende des Gesprächs dann dieser Gesichtsausdruck, der nichts anderes verrät als: „Zum Glück passiert mir das alles nicht selbst.“

Wunderbar treffend beschreibt die Autorin genau dieses  Gefühl schon ein paar Seiten vorher: „Ich redete mir zurecht, dass die Frage „Wie geht es euch?“ das neue „Schläft er oder sie schon durch?“ für Alleinerziehende war. Wenn die Kinder Babys sind, ist die Frage „Schläft er/sie schon durch?“ eigentlich nur bösen Schwiegermüttern und missgünstigen Freundinnen vorbehalten. Übersetzt heißt es: „Und, wie schlägst du dich als Mutter?“ Manchmal ist es gar nicht unbedingt böse gemeint, es kommt nur immer falsch rüber. So wie wenn man eine Neu-Single-Mutter ganz nebenbei fragt: „Wie geht es euch denn jetzt eigentlich?“

Rosales schreibt, dass sie mit der Zeit gelernt hat, nicht mehr jedem und zu jeder Zeit Rede und Antwort über ihr Privatleben zu stehen. Inzwischen antwortet sie öfters mal knapp.

„Gut geht es uns.“
„Ah, und der Papa?“
„Wohnt nicht weit.“
„Und die Kinder?“
„Nee, alles super.“
„Und so geldtechnisch haut auch alles hin?“
„Auf jeden Fall.“
„Aber du hast niemanden Neues?“
„Aber nein.“

Das Glück im Scherbenhaufen 

Die Berlinerin trifft mit „Single Mom“ komplett die Lebenswirklichkeit von heutigen Getrennt-Erziehenden. Ich habe ihr Buch in wenigen Tagen verschlungen, wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Weil ich teilweise das Gefühl hatte, sie hätte mich in meinem Leben beobachtet. Dabei schreibt sie allein über sich und das sehr privat und persönlich. Sie thematisiert ganz offen die Gründe, die zum Scheitern ihrer Ehe geführt haben. Das Packen von Umzugskartons und das schwierige Ankommen in der neuen Wohnung. Das schlechte Gewissen, das sie manchmal ihren beiden Kindern gegenüber hat. Ihre Online-Dates. Und ihre neue süße Freiheit, die neue Selbstbestimmtheit. Ihr ganzes neues Glück trotz des großen Scherbenhaufens.

Rosales will aufräumen mit dem nicht mehr zeitgemäßen Klischee von Alleinerziehenden, das immer noch in vielen Köpfen vorherrscht: Hartz-4, RTL 2 und dauergenervt von den Kindern. Sie beschreibt authentisch, wie herausfordernd ihr Jahr nach der Trennung war – mit Vollzeitjob und zwei Kleinkindern. Aber auch, was sie alles erfahren und wieder neu genießen konnte.  

„Als Single Mom musste ich lernen, alle diese klassischen Bilder von Erfolg, Zufriedenheit und Harmonie abzuwerfen. Ich musste lernen, mein eigenes Leben nicht ständig in Frage zu stellen und vor anderen zu rechtfertigen. Ich musste es schaffen, diese Wand von gesellschaftlichen Konventionen zu durchbrechen, um mich endlich zu trauen, glücklich zu sein.“

Auch hinter diese Sätze kann ich einen großen Haken  machen. Rosales schreibt auch, wie schwer es fällt, als Getrennte in die Perfekte-Familie-Einfamilien-Haus-Idylle von Freunden zu kommen. Wie groß die Erschöpfung an manchen Abenden ist. Wie ernüchternd oder wie großartig ein Date mit einem fremden Mann aus dem Internet sein kann.

Früher Scheidungskind, heute selbst getrennt

Genau wie ich ist Caroline Rosales eine Frau, die eine große Trennung auch bereits aus Kinderperspektive erlebt hat. Ihre Sätze über die Scheidung ihrer Eltern haben mich besonders berührt:

„Im Laufe meiner Pubertät lernte ich mein Päckchen an Schmerz wie ein imaginäres Haustier an der Leine neben mir zu halten. War ich traurig, konnte es sich an meinem Elend vollfressen und wieder größer werden. An den guten Tagen, wenn ich mit Freundinnen Spaß hatte oder ein bisschen verliebt war, schrumpfte es so sehr, dass ich es kaum noch wahrnahm. Nur weg, weg ging es nie.“

"Marmor ade, hallo PVC"

Kompliment Frau Rosales für dieses persönliche und authentische Trennungsbuch. Besonders gut gefällt mir daran, dass der Humor hier immer wieder durchscheint. Auch wenn manchmal alles zum Heulen ist.

„War das alles wirklich passiert? Wohnte ich jetzt woanders? Ja, es war alles so passiert. Wir waren keine klassische Familie mehr. Ich wohnte nicht mehr im hübschen Prenzlauer Berg, auch nicht mehr im schicken Teil Pankows. Ich musste mich jetzt in einem Mietshaus in Berlin-Wedding einrichten, da wo die Boateng-Brüder aufgewachsen sind und es im Hausflur nach Chicken Tandoori riecht. Marmor ade, hallo PVC.“

Oder sehr schön und treffend auch diese beiden Sätze auf Seite 48:

„Woran erkennt man eine alleinerziehende berufstätige Mutter? Richtig, sie ernährt sich eigentlich von nicht anderem als von den Essensresten ihrer Kinder, plant diese als tägliche Nahrungsquelle gleich mit ein.“ 

Fehler im System

„Single Mom“ ist allerdings nicht nur eine private Trennungsgeschichte. Auch System- und Gesellschaftskritik kommen in diesem Taschenbuch nicht zu kurz und das vollkommen zurecht:

„Immer mehr Menschen, insbesondere Mütter, leiden an Dauererschöpfung, doch statt den Fehler im System zu suchen, nutzt die Wirtschaft diese Tatsache eher als willkommene Gelegenheit zur Gründung eines neuen Geschäftszweiges. Auf jeder zweiten Naturkosmetik-Seife im Drogeriemarkt steht etwas von Erholung oder Selbstliebe. Teesorten heißen „Innere Ruhe“ oder „Achtsamkeit“. Wer gestresst ist, kann gerne ein Yoga-Retreat oder eine Therapie machen. Dann passt das schon wieder. Nichts davon hilft darüber hinweg, dass uns die wirtschaftliche Notwendigkeit dazu zwingt, die aktuelle Arbeitswelt so hinzunehmen, wie sie ist, und uns im Spagat zwischen Familie und Beruf zu zerreißen.“

Jede deutsche Kleinkind-Mutter, die sich in den letzten Monaten getrennt hat, wird von diesem Buch bewegt sein. Sie wird lachen, öfters gerührt sein, an manchen Stellen den Kloß im Hals hinunterschlucken und sich selbst in vielen Sätzen wiederfinden. Ich bewundere Caroline Rosales für ihre Offenheit, solch ein persönliches Buch über solch ein persönliches Thema zu schreiben. „Single Mom“ ist für jede Getrennt-Erziehende mehr als lesenswert.

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